Kulturzeit

Meine Recherchen sind so weit gediehen, dass ich mir heute mal einen Tagestrip nach Cape Coast gegönnt habe.

Die Frühstücksgeschichte von gestern hat sich annähernd wiederholt – nur mit dem Unterschied, dass Matt Damon für ein pünktliches Frühstück gekämpft hat und ich mich einfach rangehängt habe. Matt heißt eigentlich Kenneth, kommt aus Texas, arbeitet als Agrarberater und ist mega busy. Er inhalierte schnell sein Rührei, bevor er davonstob.

Ich trödelte auch nicht weiter und fuhr nach Kaneshie, um von dort ein Tro-Tro nach Cape Coast zu nehmen. Dort traf ich Carolin, und wir besuchten die gut erhaltene Kolonialfestung aus dem 17. Jahrhundert samt gut aufbereitetem Museum über Sklaverei. Das Castle ist Weltkulturerbe – der als Außenposten genutzte Leuchtturm ganz und gar nicht. Den Zuweg durch eine Bar mussten wir uns mühsam erfragen, außerdem wird der Turm als Wohnung genutzt und offenbar nicht allzu oft besucht. Schade, denn man hat einen erstklassigen Ausblick auf die Stadt. Cape Coast gefiel mir auf Anhieb. Hügelig gelegen und mit pittoresken (tatsächlich!) Kirchen und Türmen erinnert die Stadt beinahe an Italien oder Istrien. Für afrikanische Verhältnisse zumindest.

Im Baobab Hostel, das von Deutschen betrieben wird und dessen Konzept irgendwo zwischen Fairtradeladen, Schulprojekt und Green Café rangiert, aßen wir einen Happen. Afrika-Premiere: Die Speisekarte ist komplett vegetarisch/vegan.

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Mit Volontärin Jannika (aus Mainz übrigens) gingen wir noch ans Meer, das hier spektakulär gegen schroffe Felsen klatscht und gewaltige Fontänen gen Himmel schleudert. Plötzlich ging die Sonne unter, und wir fuhren in einem eiskalt klimatisierten Bus zurück nach Accra.

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