Zurück auf Anfang

Die meisten guten Geschichten schlagen ganz am Ende eine Brücke zum Anfang. Und die meisten guten Geschichten enden zu früh.

Frühmorgens am Sonntag fuhr ich mit Charlotte und Carolin noch einmal nach Nungua: Wir hatten Michael versprochen, noch seine Sonntagsmesse zu besuchen. Die war auch tatsächlich sehr schön, bestand zu großen Teilen aus Musik, und am Ende mussten wir noch vortreten, damit uns die ganze Gemeinde eine gute Heimreise erbetet. Die Peace Covenant Outreach Ministry ist perfekt, um die herzliche und zuvorkommende Gastfreundschaft der Ghanaer zu beschreiben.
Papa Row und Nii, die wir auf der Beerdigung kennengelernt hatten, waren auch gekommen. Nachdem wir in der Kirche jede erdenkliche Gruppenfotokonstellation abgelichtet hatten, fuhren wir beseelt mit ihnen an den Strand. Hier redeten wir noch mit dem Chief und seinem Ältestenrat über die Probleme der Fischer und machten ein paar Fotos. Wir luden sie noch abschließend ins Pinocchio’s ein, wo wir mit dem Rest unserer Gruppe verabredet waren. Zum Abschluss wollten wir noch eine Portion vom besten Eis in Accra, das Hannah uns am Anfang gezeigt hatte.

Den frühen Nachmittag nutzte ich noch mit Barbara, Marion und Robert, um uns die Gegend am Osu Castle anzuschauen. Zum Schloss kamen wir aber gar nicht, da uns das großzügig angelegte Grab des 2012 verstorbenen Präsidenten John Attah Mills ablenkte. Dann gingen wir Richtung Accra Stadium am Strand entlang. Aus der nahen Fußballarena waren Fangesänge vom Derby Accra gegen Kumasi zu hören. Wir wurden neugierig und wollten gerne näher hin, bis irgendwelche Typen an einem Tor zwischen Strand und Straße 2 Cedi Wegezoll verlangten. Das war uns zu blöd, also machten wir kehrt. Die ganze Episode wurde übrigens von ständigen Telefonaten mit Journalismusstudentin Eunice begleitet, die uns noch gerne einmal sehen wollte, uns aber einfach nicht gefunden hat. Letztendlich trafen wir sie im Hostel…

Und dann fuhren wir auch schon wieder zurück zum Flughafen. Ein letztes Mal die Ring Road entlang, am Flughafen ein Formular zur Ausreise ausfüllen, noch einmal Fieber messen mit der Laserkanone, und dann ging es schon wieder nach Hause. Zwei Stunden später als geplant, weil die Lufthansa in Frankfurt die Maschine tauschen hatte müssen, aber nach zwei Wochen Ghanaian Time perlt so etwas ab wie Wasser an Lotusblüten. Der Rückflug war sehr bequem, nur die Zeit zum Schlafen zu kurz, und dieses Mal habe ich sogar (auf Bestellung) vegetarisches Essen bekommen! Wenig später wurden wir dann vollends in den deutschen Alltag zurückkatapultiert, den wir vor zwei Wochen verlassen hatten. Es ist Herbst geworden.

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