Über das Medienforum

Das Deutsch-Russische Forum veranstaltet seit 2003 regelmäßig Konferenzen für junge Journalisten aus Russland, Deutschland und Osteuropa. Das Medienforum findet in jedem Jahr zu wechselnden Themen in einer anderen russischen Stadt statt. In diesem Jahr konferierten wir über „Auslandsjournalismus – die Vierte Gewalt im geopolitischen Kontext“. Mit Wladiwostok war der Austragungsort so weit östlich wie nie zuvor. Noch ein Rekord: In diesem Jahr bewarben sich rund 80 Teilnehmer auf die 20 Plätze.

Erster Konferenztag des 11. Medienforums

Wir tagten in den Konferenzsälen, die ursprünglich für den APEC-Gipfel 2012 gebaut und eingerichtet wurden. Und auch, wenn es nach der erklärten Bitte der Fernöstlichen Universität, die uns beherbergte, möglichst wenig um die russische Außenpolitik gehen sollte – das Thema Ukraine spielte immer wieder eine Rolle. Wir reflektierten etwa die deutsche Berichterstattung seit dem Umsturz auf dem Maidan. Das Ergebnis lässt sich bei dieser derart komplexen Materie schwierig bündeln, ich nehme als Erkenntnis vor allem mit, dass es mehr Zwischentöne für eine ausgewogenere Berichterstattung braucht. Das als bilateraler Dialog angelegte Medienforum gewährte zudem Einblicke in die Presselandschaft beider Länder.

Sehr konkret wurde es dann, als Ayder Muzhdabaev die Rede zur Lage der Nation aufgriff, die Wladimir Putin am Vortag gehalten hatte. Der Kreml-kritische Journalist verlas einen provokanten Kommentar, der diese Rede als Einleitung eines neuen Kalten Kriegs verstand. Natürlich folgte darauf eine kontroverse Diskussion, die jedoch sehr schnell auf die Mittagspause verschoben wurde. Das 11. Medienforum war geprägt von regem Austausch. Der Großteil der Konferenz fand auf der Insel Russkij statt – unsere Besuche auf dem Festland wurden stets von den lokalen Medien begleitet.

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