הגעה – Ankommen

Kann sein, dass es nicht der beste Zeitpunkt ist, um nach Israel zu gehen. Aber egal, in Tel Aviv fühlen sich die Bilder der Tagesschau genau so fern und surreal an wie vor ein paar Tagen in Deutschland auch. Hier gibt es nur die Sonne, das Meer, Hipster, Bauhaus, Palmen, Wandmalereien – und in den Zeitungen Berichte über Gewalt. In Jaffa habe es wohl auch eine Demonstration arabischer Israelis gegeben, aber selbst das wirkt aus dieser Blase weit weg.
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Vielleicht ist es ganz gut, dass wir – also Maria, Laura, David und ich – uns erst einmal in Tel Aviv akklimatisieren. Auf dem 30. Breitengrad ist immer noch Sommer, aber vor allem tut die Zeit gut, um zu spüren, wie man in Israel lebt. Zu checken, dass alles superteuer ist, dass man mit Englisch eben doch nur in 80% der Fälle weiterkommt, und dass es nicht einfach werden wird, Hebräisch zu lesen. Es gibt frische Früchte, Oliven bis zum Abwinken (die Toleranzschwelle ist sehr hoch), und natürlich Hummus.
Mit allzu vielen Leuten hatte ich bisher nicht zu tun, aber bislang fühle ich mich wohl. Ein gutes Erlebnis hatte ich direkt bei der Einreise am Dienstag: An der Passkontrolle saß eine junge Frau, etwa in meinem Alter. Sie stellte ihre Standardfragen, was ich in Israel vorhabe und so weiter. Ich habe erzählt, ich studiere an der Hebrew University. Sie auch, stellte sich heraus, und schon wurde ich freundlich willkommen geheißen.
Bald beginnt die Einführungswoche mit der Quandt-Stiftung, danach geht es nach Jerusalem. Und wenn ich mir es recht überlege, mache ich mir speziell um meine persönliche Sicherheitslage keine Sorgen. Ich habe keine Eile, sofort in die Altstadt zu gehen, sondern erhalte mir die Entspanntheit Tel Avivs. Wenn im Nahen Osten eins gewiss ist, dann, dass sich die Lage jederzeit ändern kann. Vielleicht ist es ja doch ein guter Zeitpunkt, um nach Israel zu gehen.

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