10 aus 2015 – meine persönliche Best Of

Die Jahresrückblicke 2015 sind gelaufen und mit ihnen die journalistischen Abwägungen, was uns über das Jahr hinweg bewegt und beschäftigt hat und darüber hinaus beschäftigen wird. Spätestens im friedlichen Zustand leichter oder mittlerer Übersättigung (nach dem Weihnachtsbraten hätte echt kein Dessert mehr sein müssen) haben wir auch persönlich Bilanz gezogen, was 2015 eigentlich so alles gebracht hat. Ich habe aus diesem Anlass noch einmal zehn Geschichten aus dem Archiv gekramt, die meine Arbeit über das Jahr ein bisschen skizzieren sollen.

1. Im Namen der Dreifaltigkeit

Meine Recherchereise mit der Deutschen Welle Akademie nach Ghana war schon 2014, diese Geschichte ist trotzdem ein Kind des Jahres 2015. Ich bin ein bisschen durch das westafrikanische Land gefahren, um über christlichen Synkretismus zu recherchieren. Herausgekommen ist diese Reportage.

2. Highland Games

Streng genommen ist auch diese Recherche ein Nachtrag zu 2014 – ich war im Frühjahr in Schottland unterwegs und habe dort untersucht, was sich seit dem gescheiterten Unabhängigkeitsreferendum getan hat. Meine multimedialen Erkenntnisse sind in einer Reportage und einer Analyse bei Krautreporter erschienen.

3. Sturm

Im vergangenen Jahr habe ich viel für die dpa in Mainz und Frankfurt gearbeitet. Mein vielleicht ungewöhnlichster Einsatz war, als ich recht kurzfristig ins rheinhessische Framersheim gedüst bin. Dort hatte am Vorabend eine Fallböe schwere Verwüstungen angerichtet – ich habe reportiert und mit Augenzeugen geredet. Meine Berichte hat dpa-Redakteur Jan Brinkhus dann schon in diesem Text zusammengeschrieben, während ich noch auf dem Rückweg war.

4. Über den Wolken

Mit dem Sommersemester habe ich meinen Master am Journalistischen Seminar in Mainz abgeschlossen – vorher habe ich jedoch auch dort noch ein paar journalistische Projekte zum Abschluss gebracht. Für eine VJ-Reportage sind Katharina Peetz und ich sogar in die Luft gegangen. Unser Film zeigt, wie eine Flugstunde abläuft.

5. Kultur von allen Seiten

Noch einmal UniJenny Stern und ich waren als Chefredakteure des Online-Magazins „360 Grad Mainz“ für die Ausgabe unseres Jahrgangs verantwortlich. In unserem Abschlussprojekt haben wir multimedial über Kultur von allen Seiten berichtet.

6. Die Stadt der Stunde

Den Sommer über habe ich gemeinsam mit Esther Widmann die Radiosendung „Unterwegs mit Esther und David“ bei Radio Rheinwelle in Wiesbaden moderiert. Besonders gerne denke ich an die Kolumne „Die Stadt der Stunde“ zurück. In der Sendung, die sich dem Thema Ernährung widmete, ging es naheliegenderweise um eine Stadt im Ruhrgebiet…

7. Abgeschoben

Meine nächste größere Recherche führte mich nicht nur in die Bibliothek, sondern vor allem ins Ausland: Ich reiste quer durch Serbien*, um mit Menschen zu reden, die aus Deutschland abgeschoben worden sind. Eine dieser Geschichten ist unter dem Titel „Abgeschoben“ im Magazin „Ostpol“ des Netzwerks für Osteuropa-Berichterstattung erschienen.

8. The Refugee

Vielleicht war ich Kholoud in Belgrad schon einmal begegnet – kurz nach meiner Rückkehr aus Serbien lernte ich die Syrierin in Berlin kennen. Im Rahmen eines Storytelling-Workshops bei 2470media produzierte ich mit der palästinensischen Quandt-Stipendiatin Hiba (auf Englisch) drei Mini-Porträts von Menschen im Wedding. Kholoud erzählte Hiba auf Arabisch, wie sie nach Berlin gekommen war.

9. Zwischen Angst und Normalität

Als Quandt-Stipendiat ging ich dann wenig später selbst nach Jerusalem. In den Tagen um meine Ankunft herum begannen die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Gaza-Krieg 2014, ein paar Wochen lang schwebte das Angstwort „Dritte Intifada“ über Jerusalem. Ich habe eine Reportage darüber geschrieben, wie sich die Menschen fühlten, wenn sie in einen Bus stiegen.

10. Eine Bibliothek auf Rädern

Im Dezember bin ich dann in einen besonderen Bus gestiegen: Den Bibliobus, der Schulen mit deutschem Sprachzweig im Westjordanland anfährt. Darüber habe ich eine Radioreportage für die Kindersendung „Domino“ des Saarländischen Rundfunks produziert.

Nach dem Jahreswechsel geht es dann auch erstmal mit Geschichten aus Israel und Palästina weiter. Ich freue mich auf 2016!

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